Spielidee

In Peloton treten die Spielenden in einem alljährlich stattfindenden Fahrradrennen in einer fiktiven deutschen Kleinstadt zwischen den Jahren 1930 und 1944 gegeneinander an. Für die nötigen Fahrradteile müssen sie mit den Bürger*innen der Stadt zusammenarbeiten und auf den zunehmenden Einfluss des nationalsozialistischen Regimes reagieren.

Mit unserer Idee möchten wir die Etablierung der NS-Herrschaft und die damit einhergehende Veränderung der Normalität für Schüler*innen begreifbar machen.

Ein zentraler Gedanke war, die Rennspiel-Mechanik in eine sich verändernde Normalität einzubetten: eine Simulation, die sich aus der Wechselwirkung von unterschiedlichen Prozessen herausbildet.

Ein Spielzyklus beschreibt im Spiel ein Jahr. Die Spieler*innen optimieren ihr Fahrrad, um sich für das jährliche Rennen vorzubereiten. Dabei zeigen sich die Auswirkungen der voranschreitenden Machtetablierung und die zunehmende Radikalisierung der nationalsozialistischen, insbesondere der antijüdischen Politik vorort. So wird bspw. das Radgeschäft einer jüdischen Familie immer weiter an den Rand gedrängt und verschwindet letztlich.

Die Spieler*innen werden durch Interaktion selbst Teil einer Normalität im Wandel. Sie unterliegen den Prozessen, gleichzeitig bleiben Spielräume, die sie nutzen können. Auf der Mikroebene bilden die Spieler Gruppen, während von außen ein systemischer Druck auf die gesellschaftliche Struktur wirkt. Dies führt dazu, dass auf der Makroebene immer weniger Gruppen zugelassen werden, was zu einer Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft führt.

Die Verhaltensänderung der Agenten als Stellvertreter für die Gesellschaft orientiert sich an Beschreibungen aus der NS-Zeit, bzw. an Analysen und Modellen sowie an gruppendynamischen Entwicklungen, die sich aus dem konkreten Spielverlauf ergeben.

Das fiktive Setting stützt sich auf Quellen und Ergebnisse aus regionalgeschichtlichen Fallanalysen zu verschiedenen Städten.

Weitere Informationen zum Projekt findest du in unserem Kurzkonzept.